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Was erwartet einen, wenn man auf die w@lz kommt?

 

Ich kam in die w@lz, ohne ganz genau zu wissen, was mich erwarten würde.
Doch gleich in den ersten Monaten ging es mit diversen Projekten und Ausflügen los, und ich stellte folgendes fest: Es würde nicht leicht werden.
Da war zum Beispiel unsere Reise in die ferne Schweiz, bei der wir unter sengender Sonne und nicht endenwollender Mühsal die dicksten Bäume fällten. Ich denke, dass die Projektleiter mit unserer Arbeit sehr zufrieden waren (auch wenn wir nicht immer so arbeitswillig waren, wie sie es gerne gehabt hätten), denn letzten Endes hatten wir doch etwas geleistet und waren halbwegs brav gewesen, sodass alle eine Engadiner Nusstorte bekamen, was wir uns redlich verdienten.
Die Schweiz wurde uns wieder los, denn wir mussten fleißigst Vorbereitungen für unser Schattentheater treffen, was mich zu unserem nächsten glorreichen Projekt bringt.
Jetzt begann die richtige Arbeit: Kostüme musste genäht, Kulissen gebastelt und die Rollen geprobt werden. Alles in Allem, war es zwar manchmal recht stressig, aber am Ende hatten wir ein ziemlich passables Theaterstück auf die Beine gestellt und wirklich viel Spaß dabei gehabt.
So schnell das Projekt begonnen hatte, umso schneller war es auch schon wieder vorbei. Doch es würde nicht unser Letztes sein: Nur wenige Wochen später wurde uns Dieter Kuhs vorgestellt, der Leiter des Literaturprojektes. Von depressiver Musik beeinflusst schrieben wir nun unsere Kurzgeschichten, in denen es meistens um Drogen, Schlägereien und den Tod ging. Nach unzähligen Korrekturen, Erweiterungen und Verbesserungsvorschlägen waren die Geschichten vorzeigbar und wurden auf einen Kassettenrekorder aufgenommen. 

Wenn man in die w@lz kommt, wird man des Öfteren einfach so „ins kalte Wasser geworfen“. Am Anfang ist das wirklich höchst ungewöhnlich, aber man gewöhnt sich daran. Man wundert sich einfach nicht mehr, wenn einem irgendwo in der ärgsten Pampa gesagt wird: „Los, lasst uns ohne Backofen Brot backen!“
Außerdem lernt man durch diese Projekte unglaublich viel, auch, wenn man es nicht bemerkt. Man schätzt Kleinigkeiten viel mehr als vorher und freut sich schon auf die nächsten Projekte, auch wenn man noch keine genaue Vorstellung davon hat.

Rica Holer