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Time-Out von der Schule

Projekte wie das Forst-, Landwirtschafts- und Handwerksprojekt sollen den Jugendlichen neue und andere Lebenswelten vorstellen. Praktische und körperlich manchmal auch anstrengende Arbeiten eröffnen den Jugendlichen neue Betätigungsfelder. Anstatt wie in der Schule nur von außen, also von jemand anderem beurteilt zu werden, bekommen die Jugendlichen bei diesen praktischen Tätigkeiten die Möglichkeit, selbst anhand einer „Sache“ ein Urteil zu fällen: entsteht im Handwerkspraktikum ein Sessel, der aufgrund eines fehlenden Beines umfällt, spricht diese Tatsache mehr als tausend Worte.

Eine Zeit, in der Erleben, Erfahren und Entdecken im Vordergrund stehen. Sich in der Welt erfahren, erproben– mit allen Sinnen, mit dem ganzen Körper. Tun, machen, schaffen. Im Wald unter Planen schlafen, die Bäume im Wind rauschen hören. Sehen, wie ein dreißig Meter hoher Baum fällt, exakt auf die Stelle, wo er hin soll. Und man selbst hat dies berechnet, den großen Baum in die Knie gezwungen.
Direkt, natürlich, aus der unmittelbaren Handlung entstehen Fragen, die später für die Externistenprüfungen relevant sind. – Was ist das für ein Baum, den ich da fälle? Eine Fichte? Woran erkenne ich die? Wieso wird aus der Milch Käse, wenn ich Lab dazugebe? Wieso kann man manche Schafe gemeinsam auf die Weide lassen, andere aber nicht?

Viele Wochen weg von zuhause, mit nur kurzen Unterbrechungen. Sehen, spüren, riechen, hören, schmecken. Ganz anders als bei mir zuhause, als bei meinen Freunden. Menschen, die ganz anders leben, anders denken, als wir, denen andere Dinge wichtig sind.

Raus aus dem sterilen Klassenzimmer – Rein ins wahre Leben, das manchmal eben ungemütlich, anstrengend und absolut nicht vorhersehbar ist. Dafür aber unendlich aufregend, spannend und der beste Lehrmeister, den man finden kann.
Hannah Bischof, w@lzistin